Wettstein

Wẹttstein,
 
1) Albert, schweizerischer Chemiker, * Frauenfeld 3. 3. 1907, ✝ Riehen 13. 4. 1974; nach Tätigkeit in der chemischen Industrie ab 1965 Professor in Freiburg im Breisgau. Arbeiten besonders über Steroidhormone (Synthese von Testosteron aus Cholesterin, von Cortison aus Gallensäuren) und Antibiotika sowie über die Zusammenhänge zwischen Konstitution und biochemischer Wirkung.
 
 2) Friedrich, Ritter von Wẹstersheim, österreichischer Botaniker, * Prag 24. 6. 1895, ✝ Trins (Tirol) 12. 2. 1945, Sohn von 5); 1925-31 Professor in Göttingen, danach in München; ab 1934 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biologie in Berlin; Arbeiten zur Genetik (v. a. der Moose), insbesondere über Plasmavererbung.
 
 3) Johann Jakob, schweizerischer evangelischer Theologe, * Basel 27. 10. 1693, ✝ Amsterdam 9. 3. 1754; war ab 1733 Professor für Neues Testament in Amsterdam und legte, besonders mit Arbeiten zum griechischen Text des Neuen Testaments, wesentliche Grundlagen der historisch-kritischen Exegese. 1752 gab er eine zweibändige textkritische Ausgabe des griechischen Neuen Testaments heraus (»Novum Testamentum Graecum«, Nachdruck 1962), ergänzt durch eine Fülle varianter Lesarten und Parallelen aus der jüdisch-rabbinischen und hellenistischen Literatur. Das von ihm eingeführte Siglensystem zur Kennzeichnung der alten Handschriften blieb bis in die Gegenwart maßgebend.
 
 
C. L. H. Powell: J. J. W., 1693-1754. An account of his life, work and some of his contemporaries (London 1938).
 
 4) Johann Rudolf, schweizerischer Staatsmann, * Basel 27. 10. 1594, ✝ ebenda 12. 4. 1666; war ab 1630 Basler Abgeordneter auf der Tagsatzung und seit 1645 Bürgermeister von Basel. Wettstein, am 28. 11. 1645 vom Rat zum Gesandten Basels und der evangelischen Stände für den Friedenskongress in Münster gewählt, vertrat 1646-47 die eidgenössischen Interessen bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden und erreichte, dass 1648 die formelle Lösung der Eidgenossenschaft vom Heiligen Römischen Reich (Exemtion) erklärt wurde. Bemüht um eine Überwindung der Konfessionspoltik, vermittelte er beim 1. Villmerger Krieg als Präsident der Friedenskonferenz einen Frieden. Wettstein vertrat frühzeitig den Gedanken einer gemeinsamen Außenpolitik der eidgenössischen Stände (nach dem Prinzip der Neutralität; eidgenössisches Defensionswerk).
 
 5) Richard, Ritter von Wẹstersheim, österreichischer Botaniker, * Wien 30. 6. 1863, ✝ Trins (Tirol) 10. 8. 1931, Vater von 2); 1892-99 Professor in Prag, anschließend in Wien; einer der bedeutendsten akademischen Lehrer seines Fachs und einer der wichtigsten Vertreter der phylogenetischen Forschungsrichtung der Pflanzensystematik, veröffentlichte u. a. das »Handbuch der systematischen Botanik« (11 Bände, 1901-08).
 
 
E. Jauchen: R. W. Sein Leben u. Wirken (Wien 1933).

Universal-Lexikon. 2012.

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